Google Pixel und Google Pixel XL im Test

Was hat die Nexus- respektive Pixel-Reihe, die als nun Nachfolger der erstgenannten Nexus-Reihe gelten darf, nicht alles erlebt: Fast sämtliche Branchengrößen dienten als Hersteller der berühmten Smartphones und von 3,7 bis 10 Zoll war beinahe alles dabei, was in Hosen- oder Handtaschen passt. Mit HTC als auserkorenem Hersteller kehrt Google gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurück: Auch das vor ziemlich genau 7 Jahren erschienene Nexus One durfte erstmals vom taiwanesischen Traditionshersteller gefertigt werden.

Mit Straßenpreisen von knapp 700 bis über 1000 Euro hat sich das Unternehmen dennoch weit von seinem "Underdog"-Dasein (und Preisen!) verabschiedet und platziert sich selbstbewusst ganz oben in der Liga der teuersten Smartphone- und Lifestylegeräte. Da ein Preis alleine jedoch nicht alles sagt, und schon OnePlus mit seinen Smartphone-Modellen beweist, dass High-End auch sehr günstig geht, unterziehen wir dem selbstbewussten Anwärter auf den Smartphone-Thron einem ausführlichen und kritischen Review.

Design

Das in zwei Größen und drei Farbvarianten erhältliche Gerät lässt sich lediglich in der blauen Ausführung zumindest auf den ersten Blick deutlich von der Konkurrenz aus Cupertino unterscheiden, davon abgesehen ist zumindest das Design der Vorderseite mit deutlichen Anleihen von Apples berühmten Telefon versehen. Auf die Rückseite gedreht, lassen sich erste Unterschiede ausmachen: Während andere Smartphones eine meist einheitliche Oberfläche aufweisen, verziert Google sein neustes Exemplar im oberen Drittel mit einer Art glänzend abgesetzten Kamera-Einheit. Ob dies patenrechtliche Gründe hat, um die Ähnlichkeit zur Konkurrenz nicht überdeutlich werden zu lassen, lässt sich nur mutmaßen und über Design lässt sich bekanntlich streiten. Abgesehen davon ist die Verarbeitung tadellos und lässt keine Wünsche offen: Da rappelt und klappert nichts, die Kamera-Linse sitzt bündig und geschützt in der edlen Aluminium-Schale. Einzig noch erwähnenswert: Ganz symmetrisch ist das Telefon nicht, sondern läuft nach unten spitz zu. Das greift sich angenehmer als die „bucklige Angelegenheit“ manch anderer Smartphones und sorgt für einen angenehm geschmeidigen Gesamteindruck.  Das gilt überdies für beide Varianten der neuen Pixel-Athleten: Lediglich die Akkukapazität und die Displaygröße unterscheiden sich voneinander, die restliche Ausstattung, Optik und Haptik bleiben exakt gleich.

 

Google Pixel in Silber

 

Innenleben

Technisch werkelt der der neue Qualcomm Snapdragon 821, ein Vierkernprozessor, der in den Google-Smartphones sein Debüt feiert. Erwartungsgemäss platziert sich die Leistung gleich neben den aktuellen Smartphone-Boliden und brauch sich in keiner Disziplin zu verstecken: Ob Gaming, das Stöbern in anspruchsvollen Internetseiten oder VR-Erlebnisse: Alles geht butterweich und ohne den geringsten Ruckler von der Hand. Zum Prozessor gesellt sich in mit 4GB dimensionierter Arbeitsspeicher, was uns etwas erstaunt, da bereits erste konkrete Modelle anderer Hersteller mit 6GB Ram erscheinen sind und schon Modelle mit 8GB Ram angekündigt wurden. Der gefühlten Leistung tut dies freilich keinen Abbruch: Reserven waren stets mehr als reichlich vorhanden. Die Ausstattung der Speichergröße zum Ablegen der Dateien hingegen kann lediglich zweistufig gewählt werden: 32GB zum Einstieg oder 128GB im Vollausbau, eine Variante mit 64GB steht leider nicht zur Disposition, ebenso wenig wie eine mögliche Erweiterung mittels SD-Karten. Auch hier offenbart sich auf den zweiten Blick mehr, als der erste Blick aufdeckt: Während die 128GB-Variante unverschämte 110 Euro Aufpreis kostet, ist sowohl bei der 32GB als auch bei der 128GB-Variante ein kostenloses, unlimitiertes Google-Cloud Kontigent für Fotos und Videos in Originalauflösung dabei. Wird der Speicher kanpp, können ältere Fotos und Videos auf Wunsch automatisch iauf die Google-Sever geschoeben werden. Wer seine Daten also gerne in die Cloud legt, wird auch mit der 32GB-Variante dauerhaft glücklich, wer seine Daten lieber privat hält und gerne viele Fotos schiesst, muss tief in die Tasche greifen. Selten wird der hohe Preis der Privatheit offensichtlicher.

Obgleich nicht für jedermann einfach zu erreichen, lässt sich der Akku dennoch halbwegs einfach austauschen, Weshalb das Team von "iFixIt" eine Reparaturfähigkeit mit 7 von 10 Punkten honoriert – gleichauf mit dem iPhone 7, wohlgemerkt. Beim Akku gibt sich der Pixelwerfer souverän: In unseren Tests ging dem Smartphone selbst nach realistische Nutzung mit Internetnutzung auf mehrstündigen Zugfahrten, Musikhören oder auch beim Spielen nie vor der nächsten Steckdose die Puste aus. Dies gilt übrigens für beide Varianten: Während die Akkukapazität des „kleinen“ Pixels erwartungsgemäß etwas kleiner ausfällt, ist auch ein kleineres Display zu befeuern, welches wiederum weniger Strom braucht. Der größere Bruder hingegen hielt zwar etwas länger, doch wir sagen hier: Messbar, aber nicht fühlbar. Dank Schnelladefunktion über USB-Typ-C ist das Telefon nach bereits einer guten Viertelstunde bereit für neue Abenteuer – und hielt einen durchschnittlichen weiteren Arbeitstag von 7 - 8 Stunden durch. Voll aufgeladen und bei dauerhafter Nutzung hielten die Pixel-Armada gar 11-12 Stunden durch. Respekt!

Fotogen...

Zusammen mit der Kamera des Galaxy S7 gehört die Fotoeinheit des Google Pixel zu den besten Kameras, die wir je in einem Smartphone erleben durften. Unterschiede in der Bildqualität muss man schon mit der Lupe suchen (und wird sie auch finden), allerdings bescheinigen wir hier keinen relevanten Effekt für den Alltag, es sei denn, man setzt die Kamera für ernsthafte und farbechte Fotografie ein. An dieser Stelle würden wir allerdings auch anderes Equipment vermuten, weshalb wir uns vor der Kamera des Google Pixel Smartphones nur verbeugen können.

...aber Darstellungsfaul

Die volle Qualität der Fotos erfreut einen jedoch erst am angeschlossenen PC, denn das eingebaute Display gibt wenig Anlass zur Freude und erzeugt in dieser Preiskategorie einiges an Stirnrunzeln. Zwar mögen die 1920x1080 Bildpunkte und die damit dargestellte Full-HD-Auflösung der kleinen Pixel-Variante für die meisten Anwendungsfälle ausreichend sein, allerdings offenbaren sich die Schwächen spätestens bei der Winkelabhängigkeit und der Betrachtung von VR-Inhalten, während die etwas größere Ausführung mit 2560x1440 die bessere Wahl für Vielspieler darstellt. So schön die Fotos der Kamera auch sind, herumzeigen sollte man Sie auf den Pixelphones lieber nicht: Während die direkte Draufsicht einen schönen Farbraum und ein sattes Schwarz präsentiert, sorgt schon eine leichte Schräglage des Displays für ein regelrechtes Absaufen der dargestellten Inhalte. Schade, hier wäre wirklich mehr drin gewesen, die Konkurrenz zeigt, wie’s geht.

Fazit 

Schade, für die absolute Spitzenposition reicht es nicht. Google bietet Mittelmaß im Detail, zu Premium-Preisen. Wasserdicht? Fehlanzeige. Drahtloses Aufladen? Fehlanzeige. SD-Karten-Slot? Leider nicht. Ein heutiges Smartphone braucht mehr als solide Akkulaufzeiten, makellose Verarbeitung und das Bestehen populärer Benchmark-Rennen. Hier wird solide Hardware und Verarbeitung zu einem Preis verkauft, zu dem einfach mehr drin gewesen wäre. Smartphones wie das Samsung Galaxy S7 oder das OnePlus 3 beweisen für teils erheblich weniger Geld, dass Leistung alleine nicht alles ist, um einen „perfekten Begleiter“ zu erschaffen. Und „nur schnelle“ Smartphones gibt es auch ohne Google Pixel mehr als genug.

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